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Weltraumtourismus: Konferenz in Bremen

Vom 20. bis 22. März 1997 wurde in Bremen eine Konferenz für Weltraumtourismus abgehalten (auch Mondastronaut Buzz Aldrin war da). Hier wurden Analysen und Konzepte vorgestellt, die in die ferne Zukunft weisen sollen. Immerhin ist eine Mehrheit der Deutschen, Amerikaner und Japaner daran interessiert, einmal in den Weltraum zu fliegen, wenn der Trip denn bezahlbar ist. Das wird aber noch lange dauern - momentan sind Ticketpreise von um die 10.000.000,- $ pro Nase im Gespräch (wer keine hat, fliegt umsonst). Das ist also nur was für Bill Gates (ich 'glaub, der hat 'ne Nase). Auch der Aufbau einer Infrastruktur würde viele Milliarden Dollar kosten, abgesehen davon, daß es keine sicheren Raketen gibt.

Gibt es Alternativen oder Zwischenschritte?

Voraussetzung für jede Form von Weltraumtourismus ist ein hohes Maß an Sicherheit - der Tourist erwartet eine gute Chance, heil wieder zurück zu kommen (ein deutliches Manko im Jurassic Park !). Ziel für den Veranstalter ist es, Geld zu verdienen. Außerdem sollte jeder eine faire Chance auf einen Flug haben - nicht nur Millionäre.

(Hotelstudie der Fa. Shimitzu)

Die Lösung könnte eine Lotterie sein, die weltweit durchgeführt wird und die Mitfluggelegenheiten anbietet. Jeder könnte z.B. für DM 5,- ein Los kaufen (DM 10,- wäre bestimmt auch noch OK). Wenn weltweit ein- bis zwei Millionen Leute teilnehmen (soviele bekommt man bestimmt zusammen - es gibt ja alleine schon mehr "Raumschiff Enterprise" Fans !), dann könnten bis zu DM 10.000.000,- pro Flug zusammen kommen. Bei konsequenter Durchführung eines Billigraketenkonzeptes könnte das alleine ausreichen, sämtliche Flugkosten für Versorgungsflüge einer Raumstation, Wissenschaftsflüge etc. zu bestreiten. Der Ansatz der Lotterie würde auch jedem eine gleiche faire Chance einräumen - ganz normalen weltrauminteressierten Menschen von Deutschland bis Brasilien.

Klar, daß wir - was die Sicherheit der Technik angeht - die Hybridrakete als die einzige Sicherheitsalternative ansehen.

Ich meine, aus dieser Idee ließe sich was machen, und zwar sofort, weil es sich um eine reine Organisationsaufgabe handelt. Nichts muß verändert oder entwickelt werden. Vielleicht lesen ja die russischen Weltraummanager mit......

Anderer Gedanke:

Viele Menschen wollen in den Weltraum, um einmal die Erde aus dem Weltraum zu sehen und um selbst einmal die Schwerelosigkeit zu erfahren. Dazu ist es nicht unbedingt erforderlich, in den Orbit zu fliegen. Im Gegenteil gibt es sicher sogar viele Menschen, die gar nicht unbedingt eine Woche oder einen Monat im Orbit in engen Quartieren, mit eingeschränkter Hygiene etc. verbringen wollen. Viele von uns fahren gerne Achterbahn. Aber wer will schon eine ganze Stunde hintereinander fahren ?

Nehmen wir einmal an, wir starten im sog. lotrechten Abschuß (also senkrecht 'rauf) und beschleunigen auf eine Geschwindigkeit von 4000 m/s. Dies trägt uns auf eine Höhe von immerhin 900 km, also weit höher wie typische Raumflugorbits (zwischen 250 und 300 km), ja, sogar mehr als doppelt so hoch wie der Orbit der geplanten Raumstation Freedom (oder Mir - 450 km). Man bekommt also wirklich einen tollen Blick auf die Erde. Der Flug selbst dauert ca. 980 sec, also etwa 15 min. Davon entfallen nur wenige Minuten auf die Beschleunigungsphase. Dann erfolgt der antriebslose Auf- und Abstieg (freier Fall = Schwerelosigkeit), bis man wieder auf die Atmosphäre trifft. Im lotrechten Fall würde man "senkrecht" auf die Atmosphäre treffen und die Bremswirkung wäre unangenehm hoch. Man müßte die Flugbahn also etwas abändern. Aber uns geht es ja um prinzipielle Betrachtungen.

Nun - 4000 m/s ist halbe Orbitalgeschwindigkeit. D.h. (siehe auch Eingangsbetrachtungen "Weltraumfahrt"), der Energieeinsatz ist nur 1/4 dessen einer Orbitalrakete. Mit anderen Worten - der Energie- bzw. Treibstoffeinsatz pro Passagier ist 1/4 geringer, abgesehen von einer Vielzahl anderer Erleichterungen und Vereinfachungen am Raumschiff gegenüber einem Orbitalraumschiff. Die Rakete selbst ist mit den o.g. Leistungsdaten auch als Kerosin/Sauerstoffpaarung gut als einstufiges Gerät ausführbar. D.h. man kann auf dem problematischen und gefährlichen Wasserstoff verzichten. Eine kostenintensive Infrastruktur im Orbit ("Raumhotel") ist ebenfalls nicht erforderlich.

Wir meinen, diese Idee ist einer Prüfung wert. Welche Universtiät hat Lust, etwas zu rechnen ???


(c) FAR 1997

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